Mittwoch, 16. September 2009

naturgeschützt

An unserm letzten gemeinsamen Wochenende schauten Karl und ich samstags auf die Halbinsel Fischland-Zingst-Darßt.

Mit einem kurzen spontanen Abstecher zum Jagdschloss Gelbensande könne wir nun sagen, dass wir alle Marco-Polo-Highlight Rostock und Umgebung gesehen bzw. auch besucht haben. Spöttisch muss man anmerken, dass, wenn das Jagdschloss eines der fünf Highlights ist, das Ranking nicht unbedingt etwas Gutes über Rostocks Kulturschätze sagt.

Unser erster Stopp auf der Halbinsel war das Ostseebad Wustrow, wo wir auf den Kirchturm kletterten um bei kräftigem Wind über die Vorpommerischen Boddenlandschaft auf der einen und die Ostsee auf der anderen Seite hinauszublicken. Der Aufstieg wurde mit einer überragenden Aussicht belohnt. Der Ort selbst ist äußerst knuffig: Im kleinen Hafen liegen die Zeesenbooten für Ausflugsfahrten bereit, einlang enger Straßen stehen bunte, strohgedeckt Häuschen. An manchen Stellen ist das Land zwischen Bodden und Meer nur 200 m breit. Da kuschelt man zusammen, was eben Platz hat.

Bei dem Ostseebad Prerow wagten wir uns auf eine Trampelpfad durch den naturgeschützten Wald zum Draßer Ort. Ich hab gelesen, dass der Farn hier, wegen des Naturschutzgebiet Vorpommersche Boddenlandschaft, bis an die drei Meter hoch wird. Toll, was etwas Vernunft und nachhaltiges Denken wieder hervorbringen kann. Der Wald war einfach umwerfend schön!! Nach scheinbar ewigem Gelatsche entlang der Pferdewagentrasse erreichten wir das Natureum.

Der Leuchtturm, der, wie könnte es anders sein, eben restauriert wird und deshalb eingerüstet war, befindest sich am Nordspitzerl der Halbinsel: das ist der Darßer Ort, Naturschutzgebiet durch und durch. Von Westen her trifft die Ostsee an den wilden Weststrand mit seinen, uns unentdeckten, vom Wind gebeuten "Windflüchtern" Kiefern. Von rechts umspült die Ostsee die traumhaft weißen Sandbänke des Nordstrandes von Prerow. Igendwie erinnerte mich der Ort, wenn man den Strand ausbelendet von seiner landschaftlichen Gestaltung her an die Fauna des Bodensees.

Unser gemütlich angedachter Spaziergang zum Draßer Ort wurde dann ein heftiger Wandertrip von über 13 km. Eine heftige Überanstrengung für mein beschädigtes Knie. Aber, immerhin gelangten wir so zum Ende unserer Wanderschaft, völlig erschöpft, an einen der 20 schönsten Strände Europas, so der Fernsehsender arte. In der gemütlichen Teeschale stärkten wir uns mit Tee bzw. Bio-Filterkaffee zu Riesenkuchenstücken.


Mehr Fotos zum Ausflug gibt es in meinem nordwärts-Album auf Picasa.

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