
Gestern machten wir endlich den lang angetragenen Abstecher nach Bad Doberan und besichtigten das alte Münster.
In der Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters liegen die Gebeine etlicher dänischer Könige und mecklenburger Herzöge. "Mindestens 56 Mitglieder des Hochadels liegen im Münster begraben, darunter der zum schwedischen König gewählte Herzog Albrecht III. und Königin Margarethe Sambiria von Dänemark". Wie die Häuser genau mitteinander zusammenhängen muss ich allerdings erst nachrecherchieren. Aktuell finden son- und feiertags Gottesdienste statt, in der übrigen Zeit stehen die Kirchenpforten Touristen und Restaurateuren öffen. Übrigens ist hier die Rede von einer evangelisch-lutherische Gemeindekirche.
Das relativ stabile Wetter lud zu einem Spaziergang durch das bereits herbstliche Klostergelände. Das hohe Gras wirkt so weich und skandinavisch, so richtig zum Reinkuscheln. Die weißen Bänke und Stege lassen alles nur noch romatischer wirken, wild wild und noch unbeholfen romantisch. Wir haben festgestellt, dass die von mir im ehemaligen Klostergarten gepflückten Äpfel viel herzhafter und erfrischender schmecken als jene aus dem Supermarkt!
Karls Unmut über die schlechte Aufbereitung des Münsters als touristisches Augsziel und potenzielle Einnahmequelle wurde spätestens in Heiligendam überboten. Ich hatteMitte Juli schon das älteste Seebadeort Deutschlands besucht und war mit den krassen Gegebenheiten vertraut. Das strahlend weiße, edle Grand Hotel Heiligendamm mit seinem riesigen, energisch umzäunten Anwesen beeindruckte Karl sichtlich.

Der Schock traf ihn mit voller Wucht, als er "den Rest" von Heiligendamm sah. Tapfer maschierten wir zwar um das Hotelgelände herum, durch den Wald, am Strand entlang und bis ans andere Ortsende. Das Resultat: Heiligendamm ist klein, verlassen und heruntergekommen. Very vintage!! Ideal, für Filmenaufnahmen wie zu "Alles Böse zum Hochzeitstag - Mord in bester Gesellschaft".
6 km weiter den Ostseestrand entlang liegt das Ostseebad Kühlungsborn. Im Vergleich zu Heiligendamm wirkt hier alles enorm überlaufen, wesentlich farbenfröhlicher und es boomt nur so an kleinen Läden und Cafés. Das komplette Extrem. Natürlich ist es nicht so elitär wie "die Weiße Stadt am Meer", es ist aber voller Leben. Acuh jener Ort, wie könnte es anders sein, verfügt über ein Seebrücke, wunderschööne, kurtaxenpflichtige Promenade und zieht Pensionisten magnetisch an. Übrignes, a Fishbrötchen saved his day!!

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