Dienstag, 28. Juli 2009

verseucht

Verseucht?...jep, absolut so fühle ich mich im Moment!!! Eine kleine, herzige Bakterien-Schleuder. Oder Viren-Schleuder. Selbst auf einen großen Aufschrei der im Naturwissenschaftlichen Felde tätigen und sonst noch total gebildeten und vorbelasteten Leser hin sag ich hier ehrlich: Viren oder Bakterien, ist ja das Selbe. Verseucht halt.

Heute hab ich mich aufgemacht, um meiner Krankheit, meinen Beschwerden, einen Namen zu geben oder geben zu lassen. Gestern Mittag kam zu den heftigen Halsschmerzen (wie, als wäre ein Popcorn in der Speiseröhre stecken geblieben) noch Ohrenweh linksseitig hinzu. In der Nacht steigerte sich das Ganze durch Schüttelfrost in überdimensionale -ich hab nur mehr Montag arbeitsfrei bekommen, wie soll ich bitte so am Dienstag Praktikant sein- Panikanfälle. Auf meine halbherzige Bitte um Rat auf meiner Suche nach passenden Medikamenten aka Wundermitteln einen kühlen, dezenten, energischen Hinweis, ich solle doch einen Arzt aufsuchen -ich bräuchte schließlich Antibiotika- und dem kühlen Nachsatz -nicht, dass das eine Mittelohrentzündung ist-. Widerstrebend, zickig hab ich mich dann doch seinem Rat gefügt -> umsonst ist er ja nicht mein Leibarzt. Sagen wir mal: Dank Karls Überredungskünste mit einer Brise gekonntem Nachdruck, weiß ich nun schlussendlich, also sechs Tage seit Aufkommen der ersten, ernstzunehmenden Beschwerden, was mich die letzten Tage niedergerafft hat. Aber, haltet ein, zur Auflösung später. Zuerst muss noch DIE Geschicht erzählt werden.

Also, ich schwang mich gegen Mittag auf's Radl und machte mich auf zur HNO-Ambulanz in die Doberanerstraße. Die HNO in HRO!!! Nach langem Suchen -denn hier heroben hält man wohl nichts von Leitsystemen, überhaupt von gesunder Beschilderung- fand ich im Innenhof der Klinik ein, für meine Beschwerden, akkurat aussehendes Gebäude. Im leeren Wartesaal wieß mich das Schild an der Tür zur Anmedlung freundlichst darauf hin, dass ich für jegliche Behandlung ein Überweisung benötige. Ich dachte so bei mir, wenn dann endlich wer auftaucht, spiel ich meine "oller Touri" oder "halt Össi, was willschte machen"-Karte aus und komm so zu einer Behandlung oder zumindest zu einer Auskunft. Nach der laaaaaangen Mittagspause erklärte mir dann ein eintreffendes Kittelchen in Weiß, dass ich hier komplett falsch wäre und erhielt ein herzliches Grinsen. Immerhin gab's aber eine bizarre, jedoch, wie sich später herausstellte, lebenswichtige Wegbeschreibung. Denn das "richtige" Gebäude fand ich namenlos und unscheinbar genau am beschrieben Ort vor. In der "richtigen" HNO-Ambulanzt, nach einem Kopfschütteln des Pförtners, als strahlende Ablenkung für den Anmeldung-Praktikanten und als Störrenfried an der Schwesterntheke abgestempelt, wurde ich nach abschätzendem Blick und abermaligem Kopfschütteln auf Folgendes hingewiesen -- dies vemag ich nur mit eigenen Worten wiederzugeben: Sollte ich nicht meinen abgesägten und total zermatschgerten Kopf in meinen halb zerstückelten Händen halten, erreiche ich als Normalo-Patient nicht das passende Aufmerksamkeitsniveau, um auf dieser Klinik ohne Überweisungszettelchen das Recht einer Behandlung zu erlangen. Unterm Strich, für so einen Firlefanz wie meine Beschwerden sind doch bitte die Allgemeinmediziner in deren Praxis zuständig!! Dann bekamm ich noch eine Liste von in meiner Studentenheim-Nähe praktizierenden und auf meine Krankheitsfall passenden Ärzte runtergeratscht... und schon war ich -nach 1,5h ohne Begutachtung meines eigenltichen Besuchsgrundes- aus der Kinik hinauskomplimentiert worden. Hammer, oder!! Ich hab gleich Karl angerufen und ihm erklärt, dass wir auf keine Fälle hier heraufziehen werden. Nein, sowas...


Und dann fand ich sie: meine "Private Practice" In der Ulmenstraße um die Ecke. Ein Haus voller Ärzte für jede mögliche Krankheit, die ein Normalo-Patient eben so haben kann. Man bezahlt einmalig 10Euro-Praxisgebühr und darf, wenn man kann zwischen den Ärzten beliebig zirkulieren.
Da DER HNO-Arzt erst in der nächsten 3/4 h seine Pforten laut Tafel wieder aufmachen würde, wählte ich den Allgemeinmediziner einen Stock darüber. Im Wartezimmer amüsiert ich mich über die blutjunge, total durch meine "ausländische" E-Card verwirrten Sprechstundenhilfe, bis ich endlich in das Behandlungs-Zimmer durfte. Ein dynamischer Jungspund von Arzt fragt mich gleich nach meinen Aufenthaltsgürnden, äußerte seine Anektoden mit/rund um Graz und erkundigte sich, wie es mir hier oben denn so gefalle. Auf meine positive Äußerung zu dem lokalen Hang zur Verniedlichungen von Wörtern hin, versichterte er mir, dass sein Großvater noch ganz anders gesprochen hätte, dass diese Unart sich erst seit zehn Jahren eingebürgert hatte und dass sein Grovater sich sicher im Grab umdrehen würde, würde er jeh jemanden "Cia-i"-sagen hören!
Na jedenfall's, ich hatte dann keine Angina! Aber dass der Rachenraum rot strahlen würde, dass würde mir Dr. Neundorf schon diagnostizieren. Und, Erleichterung!!, bei der Untersuchung meiner Ohrwascheln wäre nichts zu erkennen. Eine Krankschreibung für den Rest der Woche, einem Medikamenten-Vermerk, Genesungswünschen, einem Eintritt bei der AOK-Verischerung Mecklenburg-Vorpommern bis zum Ende des Quartals und DER goldenen Überweisung für den HNO-Arzt plus Beleg zur Entrichtung der Praxisgebühr später verließ ich die Praxis. Und stieß auf der Treppe auf eine wartende Menge an Patienten für Dr. Schumacher, den HNO-Arzt der Private Practice. Abermals langes Warten plus Kopfschütteln zu meiner E-Card und darauffolgende abklärende Gespräche mit der Allgemeinmediziner-Praxis und der "Patienten-Versicherungs-Auskunft?". Zwei "Glamour"-Heftchen -Schundhefteln, wie Verena diese Einschlägigen Frauenzeitschriften umschreiben würde- aka 1,25h später, nahm ich auf dem Untersuchungsstuhl vom sympathischen und postitivst gelaunten Dr. Schumacher Platz. Abermals, fragt jener mich gleich nach meinen Aufenthaltsgürnden, äußerte seine Anektoden mit/rund um Graz und erkundigte sich, wie es mir hier oben denn so gefalle. Mit der Ausnahme, dass ich diesesmal mit "Fr. Freirer" und nicht nur mit "Julja" angesprochen wurde.
Ich hab jetzt eine bakterielle Infektion -nicht ansteckend aber für den Patienten unangenehm- die schon an die 10 Tage dauern werde. Und die Bläschen in meinem Rachen drücken auf den Hirn-Nervenstrang Nr. 10 -hey, ich Laie geb nur wieder, was der HR. Doktor gesagt hat!- drücken und damit das Ohrenweh, die Kopfschmerzen, den Schüttelfrost und die Fieberanfälle durchaus hervorrufen können. Die Behandlung war ein Eingepinsle der entzündenden, verseuchten Stelle mit einer echt eckelhaftesten Substanz. Meine Souveniers aus jener Praxis sind eine weiter Krankschreibung für den Rest der Woche plus der Aufforderung zur Einnahme von Speiseeis und der mehrmaliger Mundspülungen mit Kamillentee täglich, und einem weitern Termin. Morgen bin ich wieder zu einer Pinsel-Session bei Dr. Schumacher bestellt.


Long post short: Nur aber, seit ich weiß, was ich habe, geht's mir noch dreckiger. Mein Schädel tut mir höllisch weh, so, als ob er gleich platzen würde. Meine Haut ist echt schlimm unrein, schlimmer, als ich es halt gewohnt bin. Und ich hab das Gefühl, ich bekomm einen Schnupfen. Denn ich spür auch noch das rechte Ohr zufallen. Ekelhaft!!! Entweder wird's schlimmer -irgendwie muss man ja auf die 10 Tage Krankheitsverlauf kommen! Oder vielleicht hab ich mich während der langen Warterei bei einem der anderen Patienten angesteckt. Oder, jetzt wegen meiner unreinen Haut aber nur, Anika hat eben gemeint, vielleicht ist es ja den ungewohnten Einsatz eines Weichspülers zurückzuführen!!

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